Hi Ihr Alle,
Das Projekt läuft und läuft und alles ist super. Gestern habe ich die Nachricht von Jannik (Buea, UAC) erhalten, dass die Wasserleitung für die Schule gebaut wurde!!!
UNGLAUBLICH. Mit dem Spendengeld aus dem Konzert wurde die Wasserleitung noch rechtzeitig zum Schulbeginn fertiggestellt. Schüler, Lehrer und Eltern sind anscheinend richtig glücklich darüber, weil es endlich fließend Wasser zur Essenszubereitung, als Trinkwasser und zum Putzen in der Schule gibt.
DANKE an dieser Stelle nochmals allen Spendern und Interessierten!
Nähere Informationen und Bilder folgen in den nächsten Tagen...
Liebe Grüße aus Gießen,
Niels
Donnerstag, 17. September 2009
Donnerstag, 20. August 2009
Last Time...Next Time?!
Hey Ihr Alle,
lang lang ists her dass ich geschrieben hab und das hat nie alles und immer viele Gründe. Es ist so viel passiert hier und meine Zeit läuft langsam ab. Daher hab ich die letzten Wochen und Monaten meine Blogaktivitäten runtergefahren, um mich auf das hier und jetzt ein wenig besser konzentrieren zu können, was sich muss ich zugeben, auch gelohnt hat. Also es tut mir leid, dass hier so wenig Info über mich und meine letzte Zeit in Kamerun zu bekommen was, aber auch der helepforchildren Blog hat ja ein wenig berichtet.
Nichtsdestotrotz will ich hiermit nochmal zum Abschluss meiner Zeit ein wenig Revue passieren lassen. Ich kann als erstes einmal sagen, dass meine Zeit hier mit der Zeit (Zeit ist sowieso das Schlagwort!) immer besser und schöner wurde. Das liegt natürlich einerseits an der Eingewöhnung, die immer aktiver und intensiver wird, aber auch an den kleinen Veränderungen in der eigenen Entwicklung. Das hört sich kompliziert an ist es aber nicht. Veränderungen, die ich in der Hinsicht an mir selbst gespürt hab sind vorwiegend einfach Veränderungen in der Sichtweise und Herangehensweise an gewisse Dinge wie kulturelle Unterschiede oder eigene Erwartungshaltungen. Auch meine Erwartungen meinem Jahr und meiner Arbeit hier gegenüber haben sich stark verändert, vorwiegend wurden sie realistischer. Oft musste ich einsehen, dass ich so viele Dinge, die ich vorhatte und erreichen wollte einfach nicht erreichen kann. Diese Einsicht hat mir ebenfalls geholfen die letzten Wochen zu genießen und ist mir das Wichtigste an Lernprozess was ich wieder mit nach Deutschland nehme, falls ich es schaffe es dort umzusetzen.
Naja also nochmal kurz zurück zu den ganzen Dingen, die in den letzten Wochen passiert sind. Im Juni kamen Jan und Lars aus Deutschland und die drei Wochen mit ihnen waren der Hammer. Eigentlich reicht es das auf die Erkenntnis zu schieben, dass Alles noch so war wie immer/früher. Wir konnten zusammen Scheiße labern, lachen, Party machen oder einfach entspannen/gammeln als wären wir niemals für Monate getrennt gewesen. Der einzige Unterschied war, dass Gießen jetzt Bamenda und Deutschland jetzt Kamerun hieß. Ansonsten war alles beim Alten. Lars und Jan konnten dann auch noch den Abschluss meines „Sexualkunde“Projekts („Live Safe Play Safe“) miterleben, da die Grundschulen seit Juni in den Sommerferien sind. Ohne viel zu arbeiten waren die letzten Wochen in den Schulen sehr schön. Da ich auch die letzte Klasse der Grundschule, Klasse 6 hier, unterrichtete konnte ich ebenfalls zusammen mit Jan und Lars die Verabschiedung der Sechstklässer der Catholic School Mendankwe miterleben und sogar eigenhändig die Zeugnisse austeilen. Die Feiern hier nach der Grundschule sind riesig und vergleichbar fast mit kleinen Abifeiern, was beeindruckend ist. Für meine Schüler hatte ich noch kleine Klassenbilder vorbereitet mit freundlicher Hilfe meiner Mutter und Jan, die ich noch verteilte, was ein schönes Gefühl war, weil sich alle total gefreut haben.
Zusammen mit Jan besuchte ich dann noch den Königspalast im benachbarten Bali, was zur deutschen Kolonialzeit (1885 – 1916) zusammen mit den Deutschen gegen andere Stämme gekämpft hatte. Der aktuelle König (hier „Fon“ genannt), ganz nach Tradition, studierte sogar in Deutschland und hat ebenfalls noch Kinder dort. Leider konnten wir ihn nicht treffen, dafür aber seinen schönen Palast. Vom Palast aus liefen wir zum ortsansässigen Kunsthandwerkszentrum, wo wir unglaubliches ja was sonst Kunsthandwerk bestaunen konnten. Hier trafen wir auch auf handgeschnitzte Klappstühle mit eingravierten Schriftzügen, denen wir schon in Douala in der deutschen Seemannsmission begegnet waren. Es scheint als ob Bali nicht nur das Zentrum für Kunsthandwerk im Nordwesten Kameruns ist. Jan und ich chillten uns danach noch eine Stunde auf einen alten Holzstamm und genossen den wunderschönen Ausblick auf das grüne Grasland Kameruns.
Nach zwei Wochen Bamenda fuhren Jan, Lars und ich dann noch nach Kribi, wo wir auch Katharina, die DED Freiwillige in Bafoussam, und ihren Freund der zu Besuch dort war trafen. Im Süden Kameruns konnten wir die letzte Woche bei wechselndem Wetter entspannen. Wie immer war der Abschied traurig aber auf eine sehr begrenzte Zeit, was es auf jeden Fall einfacher machte.
Da die Grundschulen nun ja in den Sommerferien waren hatte ich eigentlich „nur“ noch das Radioprogramm als Aufgabe, was mir aber sehr entgegenkam. So hatte ich viel mehr Zeit Leute z treffen und konnte neue Bekanntschaften schließen wie z.B.Justin ein amerikanischer Freiwilliger hier in Bamenda, mit dem ich nun einiges meiner Zeit hier verbracht hab.
Nachdem ich Jan und Lars in Douala verabschiedet hatte fuhr ich übers Wochenende nach Buea wo ich Jannik und Lea besuchte und ihnen etwas unfreiwillig helfen durfte die Grundschule ihrer NGO (United Action for Children), die auch Teil des „helepforchildren“ Projekts ist, neu zu bepflanzen. Das Wochenende war sehr schön und ich genoss die Zeit mit den Freiwilligen in Buea, die mittlerweile auf 10 (!!) angestiegen war mit Freiwilligen aus England und den USA.
Zurück in Bamenda organisierte ich ein Radioprogramm über die „Sommeraktivitäten des Youth Outreach Programme“, meiner NGO, das dann leider Samstags nicht gesendet werden konnte aufgrund eines Stromausfalls (bestimmt schon das vierte Mal...). So waren Nji, Elizabeth, die ich in Buea kennengelernt hatte und mich übers Wochenende in Bamenda besuchte, und ich umsonst zum Studio gefahren. Dinge mit denen ich mich in Deutschland nie zufrieden gegeben hätte hier aber mittlerweile als Arbeitsrisiko einordne..
Das Wochenende war richtig schön. Zusammen mit Elizabeth besuchte ich eine kleine Party von Marcy und Karly, zwei kanadischen Freiwilligen in Bamenda, zum kanadischen Nationalfeiertag. Danach gings ins Handicraft Zentrum von Bamenda, wo Elizabeth sich satt kaufen konnte und ich fast eine Stunde brauchte, um auf die Toilette zu gehen, da diese verschlossen war und letztendlich nur mit einer Machete aufgebrochen werden konnte.
Sonntag fuhren Elizabeth und ich nach Ndop in die Nähe Bamendas, wo wir einfach loswanderten und schließlich durch Mais- und Bananenfelder einen Berg erklommen hatten auf dem wir unser kleines Picknick veranstalten konnten.
Das Wochenende darauf waren dann auch schon Janna, Nico, Jannik, Lea und ihr Bruder aus Deutschland in Bamenda, um die Nutzung der Gelder vom Benefizkonzert in Lich zu besprechen.
Nach gelungenem Meeting genossen wir die Zeit zusammen und schon wieder fand ich mich im Handicraft wieder was wohl der „Touristenmagnet“ in Bamenda ist. Nach dem Wochenende kam Elizabeth für fast eine Woche nach Bamenda, was sehr schön war. Zusammen fuhren wir Sonntags nach Bafut in den Palast (wo ich mittlerweile schon dreimal war und die Führung praktisch alleine machen könnte=)) nachdem wir Samstags Lea's Abschied bei uns zuhause gefeiert hatten mit gegrilltem Fisch, gutem Bier und vielen Leuten. Der Palast in Bafut war mal wieder eine Augenweide und irgendwie war es schon wieder sonnig wie immer wenn ich in Bafut bin. Eigentlich bin ich ja nicht abergläubisch, aber in Bafut scheint immer die Sonne!
Nachdem Beth wieder gefahren war begann ich mit den sogenannten „Peer Educators“ meiner Organisation (also Jugendliche, die während der Sommerferien als Freiwillige Aktivitäten planen und somit ihr Wissen, das sie in Workshops zu Themen wie HIV oder Good Governance erlangt haben, an ihre „Peers“, also Freunde, weitergeben sollen) zwei Radioprogramme zum Thema „GCE“ (was das kamerunische Abitur ist) und „Goal Setting“ (Zielsetzung) zu organisieren. Die „Peers“ erstellten Questionnaires (Fragebögen) und führten Interviews aus, die ich danach schnitt. War mal ganz interessant nur im Hintergrund zu agieren.
Das Wochenende darauf fuhr ich nach Buea wo ich Elizabeth besuchen wollte, aber auch die Projekte (UAC in Buea und Janna's Waisenhausprojekt in Limbe) die wir mit dem „helepforchildren“ Projekt unterstützen wollen besuchte. In dem Rahmen konnte ich mir die zwei Waisenhäuser ansehen (inklusive eine Schneckenfarm und Pilzzucht), die ich auch schon im Februar im Rahmen der Filmtour besucht hatte, was ziemlich interessant war. Bei „UAC“ sprach ich mit Jannik über die geplante Wasserleitung die UAC für die eigene Grundschule verlegen lassen will und wofür es noch schwer an Mitteln fehlt. (Näheres dazu unter www.helepforchildren.blogspot.com)
Nach einem mal wieder traurigen Abschied von Elitabeth, da diese in die USA zurückflog, fuhr ich wieder nach Bamenda, wo mir nur ein Tag blieb um meine gesamte Wäsche zu waschen und wieder zu packen, um Samstags nach Yaoundé zu fahren, wo wir Montags und Dienstags unser Abschlussseminar haben sollten. In Yaoundé traf ich die anderen Janna, Lea, Katharina, Hannah und Jannik, mit denen ich den Luxus Yaoundés gleich ausnutzte und Pizza essen ging.
Das Seminar verlief ziemlich gut und die katholische Mission, in der wir untergebracht waren und unser Seminar abhielten, war richtig gut – vor allem das Essen.
Nach nur zwei Seminartagen voller Evaluation (mit Basteln von Filmplakaten und Diskussionen mit kamerunischen Jugendlichen) hatten wir Dienstag mal wieder einen Abschiedsabend, da wir Sonja, die uns über das Jahr hin begleitet hatte, vor unserem Abflug nicht mehr sehen sollten. Dafür gönnten wir uns dann auch mal Cocktails im Hilton, die ich der Form ewig nicht mehr hatte.
Die letzten zwei Wochen in Bamenda verliefen entspannt. Moni und Nico kamen nochmal zu Besuch für fast eine Woche, was sehr schön war und jetzt geht es langsam auf die letzten Tage zu. Letzte Woche verabschiedete ich mich von den deutschen Freiwilligen, Sarah, Neele, Lina und Caro, hier in Bamenda, mit denen ich relativ viel Zeit verbracht hatte. Sie sind jetzt schon wieder zurück in Deutschland. Die letzten Tage werden voll sein mit Abschieden und hoffentlich schönen letzten Momenten mit den Leuten, die mir hier wirklich ans Herz gewachsen sind.
Viele Leute fragen mich in den letzten Wochen, was ich denn nun gelernt hätte in Kamerun. Die Antwort würde viel zu viel Platz wegnehmen und die Lust alles das aufzuschreiben hab ich jetzt auch nicht. Das Wichtigste was ich für mich selbst mitnehme aus den Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, hat viel damit zu tun, dass ich sehr viel über mich selbst nachgedacht habe, mehr als ich es schon in Deutschland getan habe.
Geduld habe ich im Ansatz (nur im Ansatz!=)) und möchte das gerne ausbauen, aber vor allem habe ich erfahren, was es heißt etwas von sich zu erwarten und mit welcher Verantwortung man etwas von sich erwarten sollte. Meine Erwartungen an mich selber hier waren oft viel zu groß und ich musste oft gegen mich selber kämpfen um zufrieden zu sein, auch wenn ich nicht alle meine Erwartungen erfüllt hatte. Ich glaube die Erkenntnis, dass ich gar nicht viel von mir erwarten muss um glücklich zu sein ist das Beste, was ich für mich hieraus mitnehmen kann.
Die letzten Wochen und Monate waren noch sehr erlebnisreich und schön. Viele Stunden meiner Zeit konnte ich mit Leuten, die mir wichtig sind teilen, was wohl das Wichtigste ist.
Manchmal zweifle ich noch an mir, aber ich denke ich werde zufrieden nach Deutschland zurückkommen und mit der Erkenntnis im Kopf, die ich hier in Kamerun als Lebensmotto gefunden habe: „Das Glück kommt immer, wenn du nicht danach suchst.“
Niels in Bamenda
lang lang ists her dass ich geschrieben hab und das hat nie alles und immer viele Gründe. Es ist so viel passiert hier und meine Zeit läuft langsam ab. Daher hab ich die letzten Wochen und Monaten meine Blogaktivitäten runtergefahren, um mich auf das hier und jetzt ein wenig besser konzentrieren zu können, was sich muss ich zugeben, auch gelohnt hat. Also es tut mir leid, dass hier so wenig Info über mich und meine letzte Zeit in Kamerun zu bekommen was, aber auch der helepforchildren Blog hat ja ein wenig berichtet.
Nichtsdestotrotz will ich hiermit nochmal zum Abschluss meiner Zeit ein wenig Revue passieren lassen. Ich kann als erstes einmal sagen, dass meine Zeit hier mit der Zeit (Zeit ist sowieso das Schlagwort!) immer besser und schöner wurde. Das liegt natürlich einerseits an der Eingewöhnung, die immer aktiver und intensiver wird, aber auch an den kleinen Veränderungen in der eigenen Entwicklung. Das hört sich kompliziert an ist es aber nicht. Veränderungen, die ich in der Hinsicht an mir selbst gespürt hab sind vorwiegend einfach Veränderungen in der Sichtweise und Herangehensweise an gewisse Dinge wie kulturelle Unterschiede oder eigene Erwartungshaltungen. Auch meine Erwartungen meinem Jahr und meiner Arbeit hier gegenüber haben sich stark verändert, vorwiegend wurden sie realistischer. Oft musste ich einsehen, dass ich so viele Dinge, die ich vorhatte und erreichen wollte einfach nicht erreichen kann. Diese Einsicht hat mir ebenfalls geholfen die letzten Wochen zu genießen und ist mir das Wichtigste an Lernprozess was ich wieder mit nach Deutschland nehme, falls ich es schaffe es dort umzusetzen.
Naja also nochmal kurz zurück zu den ganzen Dingen, die in den letzten Wochen passiert sind. Im Juni kamen Jan und Lars aus Deutschland und die drei Wochen mit ihnen waren der Hammer. Eigentlich reicht es das auf die Erkenntnis zu schieben, dass Alles noch so war wie immer/früher. Wir konnten zusammen Scheiße labern, lachen, Party machen oder einfach entspannen/gammeln als wären wir niemals für Monate getrennt gewesen. Der einzige Unterschied war, dass Gießen jetzt Bamenda und Deutschland jetzt Kamerun hieß. Ansonsten war alles beim Alten. Lars und Jan konnten dann auch noch den Abschluss meines „Sexualkunde“Projekts („Live Safe Play Safe“) miterleben, da die Grundschulen seit Juni in den Sommerferien sind. Ohne viel zu arbeiten waren die letzten Wochen in den Schulen sehr schön. Da ich auch die letzte Klasse der Grundschule, Klasse 6 hier, unterrichtete konnte ich ebenfalls zusammen mit Jan und Lars die Verabschiedung der Sechstklässer der Catholic School Mendankwe miterleben und sogar eigenhändig die Zeugnisse austeilen. Die Feiern hier nach der Grundschule sind riesig und vergleichbar fast mit kleinen Abifeiern, was beeindruckend ist. Für meine Schüler hatte ich noch kleine Klassenbilder vorbereitet mit freundlicher Hilfe meiner Mutter und Jan, die ich noch verteilte, was ein schönes Gefühl war, weil sich alle total gefreut haben.
Zusammen mit Jan besuchte ich dann noch den Königspalast im benachbarten Bali, was zur deutschen Kolonialzeit (1885 – 1916) zusammen mit den Deutschen gegen andere Stämme gekämpft hatte. Der aktuelle König (hier „Fon“ genannt), ganz nach Tradition, studierte sogar in Deutschland und hat ebenfalls noch Kinder dort. Leider konnten wir ihn nicht treffen, dafür aber seinen schönen Palast. Vom Palast aus liefen wir zum ortsansässigen Kunsthandwerkszentrum, wo wir unglaubliches ja was sonst Kunsthandwerk bestaunen konnten. Hier trafen wir auch auf handgeschnitzte Klappstühle mit eingravierten Schriftzügen, denen wir schon in Douala in der deutschen Seemannsmission begegnet waren. Es scheint als ob Bali nicht nur das Zentrum für Kunsthandwerk im Nordwesten Kameruns ist. Jan und ich chillten uns danach noch eine Stunde auf einen alten Holzstamm und genossen den wunderschönen Ausblick auf das grüne Grasland Kameruns.
Nach zwei Wochen Bamenda fuhren Jan, Lars und ich dann noch nach Kribi, wo wir auch Katharina, die DED Freiwillige in Bafoussam, und ihren Freund der zu Besuch dort war trafen. Im Süden Kameruns konnten wir die letzte Woche bei wechselndem Wetter entspannen. Wie immer war der Abschied traurig aber auf eine sehr begrenzte Zeit, was es auf jeden Fall einfacher machte.
Da die Grundschulen nun ja in den Sommerferien waren hatte ich eigentlich „nur“ noch das Radioprogramm als Aufgabe, was mir aber sehr entgegenkam. So hatte ich viel mehr Zeit Leute z treffen und konnte neue Bekanntschaften schließen wie z.B.Justin ein amerikanischer Freiwilliger hier in Bamenda, mit dem ich nun einiges meiner Zeit hier verbracht hab.
Nachdem ich Jan und Lars in Douala verabschiedet hatte fuhr ich übers Wochenende nach Buea wo ich Jannik und Lea besuchte und ihnen etwas unfreiwillig helfen durfte die Grundschule ihrer NGO (United Action for Children), die auch Teil des „helepforchildren“ Projekts ist, neu zu bepflanzen. Das Wochenende war sehr schön und ich genoss die Zeit mit den Freiwilligen in Buea, die mittlerweile auf 10 (!!) angestiegen war mit Freiwilligen aus England und den USA.
Zurück in Bamenda organisierte ich ein Radioprogramm über die „Sommeraktivitäten des Youth Outreach Programme“, meiner NGO, das dann leider Samstags nicht gesendet werden konnte aufgrund eines Stromausfalls (bestimmt schon das vierte Mal...). So waren Nji, Elizabeth, die ich in Buea kennengelernt hatte und mich übers Wochenende in Bamenda besuchte, und ich umsonst zum Studio gefahren. Dinge mit denen ich mich in Deutschland nie zufrieden gegeben hätte hier aber mittlerweile als Arbeitsrisiko einordne..
Das Wochenende war richtig schön. Zusammen mit Elizabeth besuchte ich eine kleine Party von Marcy und Karly, zwei kanadischen Freiwilligen in Bamenda, zum kanadischen Nationalfeiertag. Danach gings ins Handicraft Zentrum von Bamenda, wo Elizabeth sich satt kaufen konnte und ich fast eine Stunde brauchte, um auf die Toilette zu gehen, da diese verschlossen war und letztendlich nur mit einer Machete aufgebrochen werden konnte.
Sonntag fuhren Elizabeth und ich nach Ndop in die Nähe Bamendas, wo wir einfach loswanderten und schließlich durch Mais- und Bananenfelder einen Berg erklommen hatten auf dem wir unser kleines Picknick veranstalten konnten.
Das Wochenende darauf waren dann auch schon Janna, Nico, Jannik, Lea und ihr Bruder aus Deutschland in Bamenda, um die Nutzung der Gelder vom Benefizkonzert in Lich zu besprechen.
Nach gelungenem Meeting genossen wir die Zeit zusammen und schon wieder fand ich mich im Handicraft wieder was wohl der „Touristenmagnet“ in Bamenda ist. Nach dem Wochenende kam Elizabeth für fast eine Woche nach Bamenda, was sehr schön war. Zusammen fuhren wir Sonntags nach Bafut in den Palast (wo ich mittlerweile schon dreimal war und die Führung praktisch alleine machen könnte=)) nachdem wir Samstags Lea's Abschied bei uns zuhause gefeiert hatten mit gegrilltem Fisch, gutem Bier und vielen Leuten. Der Palast in Bafut war mal wieder eine Augenweide und irgendwie war es schon wieder sonnig wie immer wenn ich in Bafut bin. Eigentlich bin ich ja nicht abergläubisch, aber in Bafut scheint immer die Sonne!
Nachdem Beth wieder gefahren war begann ich mit den sogenannten „Peer Educators“ meiner Organisation (also Jugendliche, die während der Sommerferien als Freiwillige Aktivitäten planen und somit ihr Wissen, das sie in Workshops zu Themen wie HIV oder Good Governance erlangt haben, an ihre „Peers“, also Freunde, weitergeben sollen) zwei Radioprogramme zum Thema „GCE“ (was das kamerunische Abitur ist) und „Goal Setting“ (Zielsetzung) zu organisieren. Die „Peers“ erstellten Questionnaires (Fragebögen) und führten Interviews aus, die ich danach schnitt. War mal ganz interessant nur im Hintergrund zu agieren.
Das Wochenende darauf fuhr ich nach Buea wo ich Elizabeth besuchen wollte, aber auch die Projekte (UAC in Buea und Janna's Waisenhausprojekt in Limbe) die wir mit dem „helepforchildren“ Projekt unterstützen wollen besuchte. In dem Rahmen konnte ich mir die zwei Waisenhäuser ansehen (inklusive eine Schneckenfarm und Pilzzucht), die ich auch schon im Februar im Rahmen der Filmtour besucht hatte, was ziemlich interessant war. Bei „UAC“ sprach ich mit Jannik über die geplante Wasserleitung die UAC für die eigene Grundschule verlegen lassen will und wofür es noch schwer an Mitteln fehlt. (Näheres dazu unter www.helepforchildren.blogspot.com)
Nach einem mal wieder traurigen Abschied von Elitabeth, da diese in die USA zurückflog, fuhr ich wieder nach Bamenda, wo mir nur ein Tag blieb um meine gesamte Wäsche zu waschen und wieder zu packen, um Samstags nach Yaoundé zu fahren, wo wir Montags und Dienstags unser Abschlussseminar haben sollten. In Yaoundé traf ich die anderen Janna, Lea, Katharina, Hannah und Jannik, mit denen ich den Luxus Yaoundés gleich ausnutzte und Pizza essen ging.
Das Seminar verlief ziemlich gut und die katholische Mission, in der wir untergebracht waren und unser Seminar abhielten, war richtig gut – vor allem das Essen.
Nach nur zwei Seminartagen voller Evaluation (mit Basteln von Filmplakaten und Diskussionen mit kamerunischen Jugendlichen) hatten wir Dienstag mal wieder einen Abschiedsabend, da wir Sonja, die uns über das Jahr hin begleitet hatte, vor unserem Abflug nicht mehr sehen sollten. Dafür gönnten wir uns dann auch mal Cocktails im Hilton, die ich der Form ewig nicht mehr hatte.
Die letzten zwei Wochen in Bamenda verliefen entspannt. Moni und Nico kamen nochmal zu Besuch für fast eine Woche, was sehr schön war und jetzt geht es langsam auf die letzten Tage zu. Letzte Woche verabschiedete ich mich von den deutschen Freiwilligen, Sarah, Neele, Lina und Caro, hier in Bamenda, mit denen ich relativ viel Zeit verbracht hatte. Sie sind jetzt schon wieder zurück in Deutschland. Die letzten Tage werden voll sein mit Abschieden und hoffentlich schönen letzten Momenten mit den Leuten, die mir hier wirklich ans Herz gewachsen sind.
Viele Leute fragen mich in den letzten Wochen, was ich denn nun gelernt hätte in Kamerun. Die Antwort würde viel zu viel Platz wegnehmen und die Lust alles das aufzuschreiben hab ich jetzt auch nicht. Das Wichtigste was ich für mich selbst mitnehme aus den Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, hat viel damit zu tun, dass ich sehr viel über mich selbst nachgedacht habe, mehr als ich es schon in Deutschland getan habe.
Geduld habe ich im Ansatz (nur im Ansatz!=)) und möchte das gerne ausbauen, aber vor allem habe ich erfahren, was es heißt etwas von sich zu erwarten und mit welcher Verantwortung man etwas von sich erwarten sollte. Meine Erwartungen an mich selber hier waren oft viel zu groß und ich musste oft gegen mich selber kämpfen um zufrieden zu sein, auch wenn ich nicht alle meine Erwartungen erfüllt hatte. Ich glaube die Erkenntnis, dass ich gar nicht viel von mir erwarten muss um glücklich zu sein ist das Beste, was ich für mich hieraus mitnehmen kann.
Die letzten Wochen und Monate waren noch sehr erlebnisreich und schön. Viele Stunden meiner Zeit konnte ich mit Leuten, die mir wichtig sind teilen, was wohl das Wichtigste ist.
Manchmal zweifle ich noch an mir, aber ich denke ich werde zufrieden nach Deutschland zurückkommen und mit der Erkenntnis im Kopf, die ich hier in Kamerun als Lebensmotto gefunden habe: „Das Glück kommt immer, wenn du nicht danach suchst.“
Niels in Bamenda
Dienstag, 2. Juni 2009
Endlich mal wieder, sorry!!
Hey Ihr Lieben,
jetzt ist es schon mehr als einen Monat her dass ich das letzte Mal etwas hiereingeschrieben habe. Das tut mir leid, weil ich sehr gerne euch über mein Leben hier berichten und euch ein wenig teilhaben lassen würde. Ich hab leider einfach nicht die Zeit dafür gefunden zu schreiben, vielleicht nicht nur die nötige Zeit, sondern auch die dazugehörige Ruhe. Das Leben hier ist jetzt echter Alltag und für mich persönlich waren die letzten Wochen ziemlich schön, anstrengend und vollgepackt. Mein Papa war hier und hat mich für drei Wochen besucht. Während ich die ersten zwei Wochen noch tagsüber arbeiten musste beschäftigte er sich selber, was ziemlich gut war und ihm wohl auch einen besseren eigenen Eindruck vom Leben und der Stadt hier geben konnte. Nach den ersten zwei Wochen sind wir dann zusammen nach Limbe gefahren für eine Nacht, in der wir mal so richtig aufn Putz gehauen ham=) Nach 4 Stunden Schlaf (viel zu wenig!) mussten wir dann morgens gleich weiter zu unserem nächsten Reiseziel – Mundemba. Ich sags ja echt nich gern, aber Mundemba war der Busch. =) Sehr sehr freundliche Menschen und ein kleines ganz anschauliche verschlafenes Örtchen zwar, aber die Fahrt dahin (und wie ich im Reiseführer nachlesen konnte ging es so auch anderen die schon nach Mundemba gefahren sind) ist entweder ein Abenteuer oder die Hölle – je nachdem wie mans nimmt. Man muss sich vorstellen dass man in den vom Zustand her schlechtesten Autos (Toyoto Corolla, was sonst?!=)) sitzt, die aber das gewisse Etwas haben nämlich verstärkte Achsen und die eigenhändig hochgelegt sind, um in den Wassergräben und Riesenfützen zu bestehen. Das is ja alles schön und gut, nur leider ist dass Auto, wie jeder normale andere PKW nur für 5 Personen ausgelegt. Da die Strecke sich aber kostentechnisch wohl nicht rentieren würde fährt der Fahrer nach Mundemba erst los, wenn 7 Personen + er selber im Auto sitzen! Praktisch gesehen heißt dass vier Leute auf der Rückbank, 2 auf dem Beifahrersitz und ein Fahrgast rechts neben dem Fahrer (eigentlich auf dem Schaltknüppel...). Nach 2 Stunden Fahrt geht die Luft aus unserem Reifen raus. Nach gelungenem Reifenwechsel wechseln wir auch gleich das komplette Fahrzeug, ich glaub weil unser erstes Auto allgemein keinen guten Reifenzustand aufweist. Nach weiteren 1,5 Stunden und eingeschlafenen Beinen stolpern wir in Mundemba aus dem Auto. Eigentlich dachte ich, dass Reisen in Kamerun mir nichts mehr antun könnte, aber der Tag war wirklich zu viel. Nachdem wir bei zwei Kontrollen nach Kumba (von Limbe aus, Kumba ist der Ausgangsort nach Mundemba) richtigen Stress mit den geschätzten kamerunischen „Sicherheits“kräften hatten, die partout nicht einsehen wollten, dass wir keine Impfpässe mit herumtragen müssen und ebenfalls nicht verstehen konnten, dass ich nicht der Präsident ihres Landes bin (was mir vorgeworfen wurde nachdem ich darauf hingewiesen hatte, dass es nicht notwendig sei Impfpässe im Land mitzunehmen). Ausgelaugt kamen wir also im Hotel an was wirklich sehr nett war. Die Hitze war zwar unerträglich weil es unglaublich schwül war, was der Regen in der Nacht auch nicht entscheidend ändern konnte. Am nächsten Morgen trafen wir dann den Organisator des Korup Nationalparks, des ältesten Regenwalds Afrikas, in den wir ja wollten. Um halb 10 ging dann die Tour los, die mit dem Überqueren einer unglaublichen Flussströmung über eine Hängebrücke begann, was wirklich eine Erfahrung war.
Wir hatten uns vorgenommen eine Nacht im Regenwald zu schlafen und entschieden uns somit für die längste Tagestour, 11km zum Chimpanzee Camp (in Insiderkreisen auch gerne Japanese Camp genannt;)). Unser Führer war eine kleine Enttäuschung, was uns aber am ersten Tag nicht davon abhielt von dem Regenwald begeistert zu sein. Ganz banal könnte man sagen, dass man ja „nur“ durch einen Wald läuft, aber ganz so ist es nicht. Ich hab noch nie einen Wald gesehen, der so laut war und der vor allem so viele verschiedene Gerüche aufwies. Es war wirklich beeindruckend. Mittags erreichten wir das Camp und ruhten uns erstmal aus, die schwüle Hitze war im Regenwald noch gravierender. Am Nachmittag begleiteten wir einen Belgier und seinen kamerunischen Freund mit deren Führer (der wesentlich gesprächiger und besser war) zu einer Fledermaushöhle, in der uns auch einige der Tiere um die Ohren flogen, was etwas beängstigend war. Nach einem Bad im nahegelegenen Fluss gingen wir früh ins Bett, weil wir echt ausgelaut waren. Am nächsten Morgen gings über eine etwas andere Route schon zurück. Leider konnten wir dann auch keine Tiere mehr sehen, bevor wir den Park verließen. Alles in allem ist der Regenwald schon eine große Erfahrung und ich bin froh es gemacht zu haben, obwohl ich auch enttäuscht war und bin von unserem Führer, der einfach keine Lust hatte Führer zu sein...
Naja die Rückfahrt nach Limbe war dann unglaublich geschmeidig am nächsten Tag, das war schon fast unheimlich. Sehr früh kamen wir in Limbe an und hatten noch den ganzen Tag vor uns, den wir eigentlich schon für die Reise abgehakt hatten. In Limbe erholten wir uns (ich mich vor allem von meinen Mördermoskitostichen) und entspannten die restlichen 2 Tage bevor mein Papa Freitagabend von Douala wieder nach Hause flog. Ich blieb das Wochenende über noch in Limbe, bzw Buea, wo wir (Janna, Nico der aus Bafoussam kam, Lea und Jannik) uns trafen um abends zusammen wegzugehen, was auch ziemlich gut war! Nach nur 4 Stunden Schlaf mal wieder mussten Nico und ich dann Sonntagmorgen die Heimfahrt antreten, die auch mal wieder ziemlich gut war, nachdem der Bus relativ schnell leerer wurde und wir viel Platz hatten, was wirklich nicht oft vorkommt in Kamerun. Seit Sonntag bin ich also wieder in Bamenda, was eigentlich ziemlich gut ist. Das Schuljahr geht in 2 Wochen zu Ende sodass mein Projekt in den Grundschulen (der Sexualkundeunterricht) wegfällt. Ebenfalls bin ich mit dem Film fertig geworden für Robert und mein Benefizkonzert am nächsten Mittwoch (10. Juni, 19 Uhr, Kino Traumstern in Lich bei Gießen, Eintritt: 10 Euro, es spielen 6 Bands und der Dokumentarfilm wird gezeigt. Die Spenden gehen direkt an die vier Projekte hier in Kamerun, die wir unterstützen wollen), sodass ich jetzt eine etwas entspanntere Zeit vor mir habe die letzten paar Monate. Am Freitag kommt schon der nächste Besuch, wodrauf ich mich riesig freue! So jetzt ist es 8:15 kamerunischer Zeit und ich muss mal zur Arbeit. Ich hoffe es geht euch allen gut!
Bis die Tage,
Niels
jetzt ist es schon mehr als einen Monat her dass ich das letzte Mal etwas hiereingeschrieben habe. Das tut mir leid, weil ich sehr gerne euch über mein Leben hier berichten und euch ein wenig teilhaben lassen würde. Ich hab leider einfach nicht die Zeit dafür gefunden zu schreiben, vielleicht nicht nur die nötige Zeit, sondern auch die dazugehörige Ruhe. Das Leben hier ist jetzt echter Alltag und für mich persönlich waren die letzten Wochen ziemlich schön, anstrengend und vollgepackt. Mein Papa war hier und hat mich für drei Wochen besucht. Während ich die ersten zwei Wochen noch tagsüber arbeiten musste beschäftigte er sich selber, was ziemlich gut war und ihm wohl auch einen besseren eigenen Eindruck vom Leben und der Stadt hier geben konnte. Nach den ersten zwei Wochen sind wir dann zusammen nach Limbe gefahren für eine Nacht, in der wir mal so richtig aufn Putz gehauen ham=) Nach 4 Stunden Schlaf (viel zu wenig!) mussten wir dann morgens gleich weiter zu unserem nächsten Reiseziel – Mundemba. Ich sags ja echt nich gern, aber Mundemba war der Busch. =) Sehr sehr freundliche Menschen und ein kleines ganz anschauliche verschlafenes Örtchen zwar, aber die Fahrt dahin (und wie ich im Reiseführer nachlesen konnte ging es so auch anderen die schon nach Mundemba gefahren sind) ist entweder ein Abenteuer oder die Hölle – je nachdem wie mans nimmt. Man muss sich vorstellen dass man in den vom Zustand her schlechtesten Autos (Toyoto Corolla, was sonst?!=)) sitzt, die aber das gewisse Etwas haben nämlich verstärkte Achsen und die eigenhändig hochgelegt sind, um in den Wassergräben und Riesenfützen zu bestehen. Das is ja alles schön und gut, nur leider ist dass Auto, wie jeder normale andere PKW nur für 5 Personen ausgelegt. Da die Strecke sich aber kostentechnisch wohl nicht rentieren würde fährt der Fahrer nach Mundemba erst los, wenn 7 Personen + er selber im Auto sitzen! Praktisch gesehen heißt dass vier Leute auf der Rückbank, 2 auf dem Beifahrersitz und ein Fahrgast rechts neben dem Fahrer (eigentlich auf dem Schaltknüppel...). Nach 2 Stunden Fahrt geht die Luft aus unserem Reifen raus. Nach gelungenem Reifenwechsel wechseln wir auch gleich das komplette Fahrzeug, ich glaub weil unser erstes Auto allgemein keinen guten Reifenzustand aufweist. Nach weiteren 1,5 Stunden und eingeschlafenen Beinen stolpern wir in Mundemba aus dem Auto. Eigentlich dachte ich, dass Reisen in Kamerun mir nichts mehr antun könnte, aber der Tag war wirklich zu viel. Nachdem wir bei zwei Kontrollen nach Kumba (von Limbe aus, Kumba ist der Ausgangsort nach Mundemba) richtigen Stress mit den geschätzten kamerunischen „Sicherheits“kräften hatten, die partout nicht einsehen wollten, dass wir keine Impfpässe mit herumtragen müssen und ebenfalls nicht verstehen konnten, dass ich nicht der Präsident ihres Landes bin (was mir vorgeworfen wurde nachdem ich darauf hingewiesen hatte, dass es nicht notwendig sei Impfpässe im Land mitzunehmen). Ausgelaugt kamen wir also im Hotel an was wirklich sehr nett war. Die Hitze war zwar unerträglich weil es unglaublich schwül war, was der Regen in der Nacht auch nicht entscheidend ändern konnte. Am nächsten Morgen trafen wir dann den Organisator des Korup Nationalparks, des ältesten Regenwalds Afrikas, in den wir ja wollten. Um halb 10 ging dann die Tour los, die mit dem Überqueren einer unglaublichen Flussströmung über eine Hängebrücke begann, was wirklich eine Erfahrung war.
Wir hatten uns vorgenommen eine Nacht im Regenwald zu schlafen und entschieden uns somit für die längste Tagestour, 11km zum Chimpanzee Camp (in Insiderkreisen auch gerne Japanese Camp genannt;)). Unser Führer war eine kleine Enttäuschung, was uns aber am ersten Tag nicht davon abhielt von dem Regenwald begeistert zu sein. Ganz banal könnte man sagen, dass man ja „nur“ durch einen Wald läuft, aber ganz so ist es nicht. Ich hab noch nie einen Wald gesehen, der so laut war und der vor allem so viele verschiedene Gerüche aufwies. Es war wirklich beeindruckend. Mittags erreichten wir das Camp und ruhten uns erstmal aus, die schwüle Hitze war im Regenwald noch gravierender. Am Nachmittag begleiteten wir einen Belgier und seinen kamerunischen Freund mit deren Führer (der wesentlich gesprächiger und besser war) zu einer Fledermaushöhle, in der uns auch einige der Tiere um die Ohren flogen, was etwas beängstigend war. Nach einem Bad im nahegelegenen Fluss gingen wir früh ins Bett, weil wir echt ausgelaut waren. Am nächsten Morgen gings über eine etwas andere Route schon zurück. Leider konnten wir dann auch keine Tiere mehr sehen, bevor wir den Park verließen. Alles in allem ist der Regenwald schon eine große Erfahrung und ich bin froh es gemacht zu haben, obwohl ich auch enttäuscht war und bin von unserem Führer, der einfach keine Lust hatte Führer zu sein...
Naja die Rückfahrt nach Limbe war dann unglaublich geschmeidig am nächsten Tag, das war schon fast unheimlich. Sehr früh kamen wir in Limbe an und hatten noch den ganzen Tag vor uns, den wir eigentlich schon für die Reise abgehakt hatten. In Limbe erholten wir uns (ich mich vor allem von meinen Mördermoskitostichen) und entspannten die restlichen 2 Tage bevor mein Papa Freitagabend von Douala wieder nach Hause flog. Ich blieb das Wochenende über noch in Limbe, bzw Buea, wo wir (Janna, Nico der aus Bafoussam kam, Lea und Jannik) uns trafen um abends zusammen wegzugehen, was auch ziemlich gut war! Nach nur 4 Stunden Schlaf mal wieder mussten Nico und ich dann Sonntagmorgen die Heimfahrt antreten, die auch mal wieder ziemlich gut war, nachdem der Bus relativ schnell leerer wurde und wir viel Platz hatten, was wirklich nicht oft vorkommt in Kamerun. Seit Sonntag bin ich also wieder in Bamenda, was eigentlich ziemlich gut ist. Das Schuljahr geht in 2 Wochen zu Ende sodass mein Projekt in den Grundschulen (der Sexualkundeunterricht) wegfällt. Ebenfalls bin ich mit dem Film fertig geworden für Robert und mein Benefizkonzert am nächsten Mittwoch (10. Juni, 19 Uhr, Kino Traumstern in Lich bei Gießen, Eintritt: 10 Euro, es spielen 6 Bands und der Dokumentarfilm wird gezeigt. Die Spenden gehen direkt an die vier Projekte hier in Kamerun, die wir unterstützen wollen), sodass ich jetzt eine etwas entspanntere Zeit vor mir habe die letzten paar Monate. Am Freitag kommt schon der nächste Besuch, wodrauf ich mich riesig freue! So jetzt ist es 8:15 kamerunischer Zeit und ich muss mal zur Arbeit. Ich hoffe es geht euch allen gut!
Bis die Tage,
Niels
Freitag, 24. April 2009
Von Abschied und Freundschaft
Hey Ihr,
is jetzt ne lange Zeit her, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe, aber im Moment komme ich nicht oft zum Schreiben und wenn ich dann mal freie Zeit finde will ich lieber einfach mal ausruhen oder muss mich von Leuten verabschieden.
Genau wie heute wieder.
Catie, meine Cousine, fliegt heute raus aus Kamerun nach Italien und dann in die USA, wo sie ihr Studium anfangen wird. Catie ist zwar irgendwie mit mir verwandt, also richtige Cousinen sind wir nicht, aber ich habe sie hier in Kamerun das erste Mal richtig kennengelernt. Das letzte Mal, als wir uns getroffen haben war ich 4 und sie 9.. In der Zeit, in der wir beide hier in Kamerun waren (also ganze 7 Monate) sind wir eng geworden, hatten schöne Zeiten und ziemlich lustige und gute Unterhaltungen. Heut musste ich leider Ciao sagen und das GEfühl dass ich langsam von Abschieden genug habe wurde dadurch nur noch mehr verstärkt.
Man geht irgendwohin und fast jeder, den man trifft war schon länger hier als man selbst, so ging es mir mit vielen LEuten, aber auch LEute, die man ins HErz schließt und die nach 2 Monaten wieder fahren. Ich kann die Abschiede, die ich hier hatte kaum mehr zählen, aber es waren eine Menge.
Was man mitnimmt aus Abschieden muss die Gewissheit sein, dass man die LEute nicht für immer verabschiedet hat, dass man immer wieder die Chance bekommen wird den oder diejenige wiederzutreffen, wo auch immer und warum auch immer.
LEtzte Woche hatte ich auch so einen Abschied. Nach 2 Wochen einer Hammerzeit mit meiner Mama, Signe und Lorenz mussten wir für die bleibenden Monate auf Wiedersehen sagen. Ich sag euch die ersten zwei Tage waren alles andere als einfach, aber seit die Woche angefangen hat geht es mir so gut wie selten hier in KAmerun und ich glaub dass kommt auch daher, dass ich jetzt einfach weiß, dass bei ganz besonderen Freundschaften auch ein Abstand von 7000 km und Monate Zeit nicht verhindern, dass man sich so gut versteht wie auch vor dem Abschied noch, vielleicht sogar besser.
Über das, was ich so tue hier gibts grad eigentlich nichts neues zu schreiben. Das RAdioprogramm liegt grad etwas auf Eis leider, da ich alleine hier in Bamenda bin. Ansonsten geh ich noch jeden Tag in die SChule und geb meinen "Sexualkundeunterricht" der Spaß macht im Moment! Am Sonntag ist der letzte Tag des Sporttuniers was ich organisiert habe, was aber tausendmal besser hätte laufen könnnen. Naja man lernt noch dazu. Viele SChulen sind nicht gekommen und meine HIV Info, die ich nebenbei aufgebaut habe hat nicht so wirklich gegriffen glaube ich. Am Wochenende kommen Nico und Katharina aus Bafoussam und vielleicht wird morgen Abend ne Hochzeit genossen=) Bin gespannt, auch auf meinen GEburtstag nächste Woche..
Ich hoffe euch gehts allen gut!
Beste Grüße aus Bamenda
Niels
is jetzt ne lange Zeit her, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe, aber im Moment komme ich nicht oft zum Schreiben und wenn ich dann mal freie Zeit finde will ich lieber einfach mal ausruhen oder muss mich von Leuten verabschieden.
Genau wie heute wieder.
Catie, meine Cousine, fliegt heute raus aus Kamerun nach Italien und dann in die USA, wo sie ihr Studium anfangen wird. Catie ist zwar irgendwie mit mir verwandt, also richtige Cousinen sind wir nicht, aber ich habe sie hier in Kamerun das erste Mal richtig kennengelernt. Das letzte Mal, als wir uns getroffen haben war ich 4 und sie 9.. In der Zeit, in der wir beide hier in Kamerun waren (also ganze 7 Monate) sind wir eng geworden, hatten schöne Zeiten und ziemlich lustige und gute Unterhaltungen. Heut musste ich leider Ciao sagen und das GEfühl dass ich langsam von Abschieden genug habe wurde dadurch nur noch mehr verstärkt.
Man geht irgendwohin und fast jeder, den man trifft war schon länger hier als man selbst, so ging es mir mit vielen LEuten, aber auch LEute, die man ins HErz schließt und die nach 2 Monaten wieder fahren. Ich kann die Abschiede, die ich hier hatte kaum mehr zählen, aber es waren eine Menge.
Was man mitnimmt aus Abschieden muss die Gewissheit sein, dass man die LEute nicht für immer verabschiedet hat, dass man immer wieder die Chance bekommen wird den oder diejenige wiederzutreffen, wo auch immer und warum auch immer.
LEtzte Woche hatte ich auch so einen Abschied. Nach 2 Wochen einer Hammerzeit mit meiner Mama, Signe und Lorenz mussten wir für die bleibenden Monate auf Wiedersehen sagen. Ich sag euch die ersten zwei Tage waren alles andere als einfach, aber seit die Woche angefangen hat geht es mir so gut wie selten hier in KAmerun und ich glaub dass kommt auch daher, dass ich jetzt einfach weiß, dass bei ganz besonderen Freundschaften auch ein Abstand von 7000 km und Monate Zeit nicht verhindern, dass man sich so gut versteht wie auch vor dem Abschied noch, vielleicht sogar besser.
Über das, was ich so tue hier gibts grad eigentlich nichts neues zu schreiben. Das RAdioprogramm liegt grad etwas auf Eis leider, da ich alleine hier in Bamenda bin. Ansonsten geh ich noch jeden Tag in die SChule und geb meinen "Sexualkundeunterricht" der Spaß macht im Moment! Am Sonntag ist der letzte Tag des Sporttuniers was ich organisiert habe, was aber tausendmal besser hätte laufen könnnen. Naja man lernt noch dazu. Viele SChulen sind nicht gekommen und meine HIV Info, die ich nebenbei aufgebaut habe hat nicht so wirklich gegriffen glaube ich. Am Wochenende kommen Nico und Katharina aus Bafoussam und vielleicht wird morgen Abend ne Hochzeit genossen=) Bin gespannt, auch auf meinen GEburtstag nächste Woche..
Ich hoffe euch gehts allen gut!
Beste Grüße aus Bamenda
Niels
Dienstag, 31. März 2009
Klischee Afrika wir kommen!
Hey Ihr!
Hoffe euch gehts allen gut. Ich bin seit Sonntag wieder in Bamenda, nachdem ich eine Woche inklusive Reise im Norden Kameruns verbracht habe. Freitag Morgen von Bafoussam nach Yaounde ging es los. Mit 10 Leuten (8 Freiwilligen und der Schwester von Janna und dem Freund von Moni) ging es dann Freitag Abend nach Ngaoundere mit dem super schnellen Nachtzug von Yaounde. Gut, dass wir das Glück hatten noch Schlafwagen zu bekommen, die wirklich sehr gut und sauber waren. So konnten wir schon ein wenig entspannen, bevor es Samstag morgen nach 16 Stunden Zugfahrt auf eine weitere 8 Stunden Busfahrt ging in Richtung Maroua.
Dort angekommen ruhten wir uns in unserem ruhigen Hotel aus mit Ausblick auf einen Sonntag in Maroua und den Beginn der Safari im Waza Park am Montag.
Ich muss schon sagen, dass Maroua mit die schönste Stadt ist, die ich in Kamerun bisher gesehen habe. Es ist viel ruhiger als in Bamenda und der Norden ist eh ganz anders als andere Teile Kameruns. Auf der Fahrt nach Maroua konnte man das typische Afrika Klischee erleben - Lehmhütten und Strohdächer, nichts anderes. Der Norden ist sehr viel trockener und ärmer als die südlichen Teile Kameruns. Die überwiegende Religion ist der Islam, was den Städten und Dörfern eine ganz andere Atmosphäre verleiht.
Am Montag ging es dann mit unserem sehr netten Fahrer Robert in Richtung Waza Park. Im Hotel brachten wir unser Gepäck unter, bevor wir direkt in den Park fuhren. Mit unserem Führer Moussa, der schon seit 30 Jahren im Park arbeitet, gingen wir auf die Suche nach wilden Tieren und hatten nach nur wenigen Minuten dsa Glück Giraffen zu sehen. Denen folgten noch Antilopen, Pelikane, Geier, Adler, Antilopen und Gazellen. Nach 6 Stunden im Park fuhren wir zurück und genossen ein Abendessen direkt am Parkeingang, wo einige Frauen auf Bestellung sehr sehr leckeres Essen kochen. Geschafft von der Fahrt und mit Vorfreude auf den folgenden Tag im Park gingen wir relativ früh ins Bett.
Dienstagmorgen ging es dann schon gegen 6 Uhr in den Park, um ein bisschen bessere Chancen zu haben Löwen zu sehen. Leider reichte unser Glück dafür nicht, sodass wir die 11 Stunden im Park für die Suche nach Elefanten nutzten. Wir folgten Spuren und Anzeichen von Elefanten quer durch den Park hatten aber wieder kein Glück. Gelohnt hat es sich trotzdem, es ist einfach beeindruckend Giraffen und Antilopen in wirklich freier Wildbahn in Ruhe zu betrachten.
Nach einem weiteren ruhigen Abend wollten wir Mittwoch an den Maga-See, einen riesigen Stausee im Norden Kameruns, auf dem man Bootstouren machen und Nilpferde betrachten kann.
Wir nahmen den Weg durch den Park Richtung See und hatten das unglaubliche Glück gerade an dem Tag noch Elefanten zu sehen. Von unserem Guide geleitet nahmen wir Spuren auf und verfolgten diese bis wir auf eine kleine Gruppe Elefanten stießen, die wir aus 100 m Entfernung betrachten konnten.
Die Bootstour war dann aber der absolute Aufreger. Geplant für 1,5 Stunden mussten wir unsere Tour nach einer halben Stunde abbrechen. Der Grund dafür waren die Nilpferde, die wir wirklich nach 20 Minuten antrafen und die uns alle, auch unseren Bootsführer überraschten, da sie sonst viel später und nicht so nah am Ufer auftauchen. Umzingelt von ca. 15 Tieren mussten wir vor den großen Mäulern fliehen, die teilweise schon abtauchten, um unsere Holzpiroge anzugreifen. Das war auch netterweise genau das, was uns der Bootsführer erläuterte, während wir im Boot saßen und unser Ableben planten. Voller Panik und das ist kein Scherz waren wir für das Leben dankbar, das wir noch besaßen an Land angekommen.
Von dem Erlebnis noch kaum erholt kamen wir Mittwoch abend wieder in Maroua an, wo wir bis Samstag morgen blieben. Am Donnerstag unternahm ich mit Jannik eine kleine Wanderung auf den Mount Maroua, der 800m hoch exakt neben der Stadt liegt und von dem man aus einer Hammeraussicht auf die Stadt, die im Gegensatz zu ihrer Umgebung grün ist (man konnte wirklich sehn, wo es Wasserversorgung gab und wo nicht) hatte. Zwei kleine Jungen, Jean-Pierre und Papi, begleiteten uns einfach so, weil sie das jeden Tag machen nach eigenen Angaben. Mit den Beiden hatten wir ein aufschlussreiches Gespräch über ihr Leben und das Leben in Maroua, bevor wir nach dem Wandern noch eine kleine Partie Fussball spielten.
Nach vielen Tagen früh aufstehen, Tiere erleben und Maroua genießen ging es dann Samstag morgen zurück nach Ngaoundere. 8 Stunden Bus bevor wir in Ngaoundere feststellten, dass es keine freien Schlafwagenplätze mehr gab. So mussten wir auch die 16 Stunden im Zug im Sitzen verbringen, was um ehrlich zu sein, besser war, als in Frankreich im Nachtzg zu fahren und da sprech ich aus eigener Erfahrung..=)
Am Sonntag morgen kamen wir dann in Yaounde an und ich musste mich ziemlich schnell von den anderen verabschieden, um meinen Bus nach Bamenda zu bekommen. Glücklicherweise bekam ich gerade noch so den einzigen Bus in meine kamerunische Heimatstadt, in dem ich nach 1 Stunde feststellte, dass ich mein Handy in dem Taxi in Yaounde liegengelassen hatte. Panisch rief ich mein Handy an, das der Taxifahrer abnahm. Gut, dass ich so einen sozialen und netten Fahrer erwischte, der mein Handy nach Absprache Nico vorbeibrachte, der noch länger in Yaounde blieb, als ich. Jetzt liegt mein Handy zwar in Baham rum, aber dank Nico und dem Fahrer habe ich es wenigstens in wenigen Tagen wieder.
Nun ist es schon wieder Dienstag und die Tage verfliegen hier in Bamenda. Ich hatte einige Schwierigkeiten nach einer solch schönen Wochen in Bamenda anzukommen, aber mittlerweile gehts. Ich bin froh eine so super Erfahrung gemacht zu haben. Danke an alle, die mit waren, war cool, dass ihr dabei ward!
Euch allen eine schöne Woche und bald kommt um euch neidisch zu machen ein kleines Video über Giraffen=) Selbstgedreht...
Alles Beste aus Bamenda,
Niels
Hoffe euch gehts allen gut. Ich bin seit Sonntag wieder in Bamenda, nachdem ich eine Woche inklusive Reise im Norden Kameruns verbracht habe. Freitag Morgen von Bafoussam nach Yaounde ging es los. Mit 10 Leuten (8 Freiwilligen und der Schwester von Janna und dem Freund von Moni) ging es dann Freitag Abend nach Ngaoundere mit dem super schnellen Nachtzug von Yaounde. Gut, dass wir das Glück hatten noch Schlafwagen zu bekommen, die wirklich sehr gut und sauber waren. So konnten wir schon ein wenig entspannen, bevor es Samstag morgen nach 16 Stunden Zugfahrt auf eine weitere 8 Stunden Busfahrt ging in Richtung Maroua.
Dort angekommen ruhten wir uns in unserem ruhigen Hotel aus mit Ausblick auf einen Sonntag in Maroua und den Beginn der Safari im Waza Park am Montag.
Ich muss schon sagen, dass Maroua mit die schönste Stadt ist, die ich in Kamerun bisher gesehen habe. Es ist viel ruhiger als in Bamenda und der Norden ist eh ganz anders als andere Teile Kameruns. Auf der Fahrt nach Maroua konnte man das typische Afrika Klischee erleben - Lehmhütten und Strohdächer, nichts anderes. Der Norden ist sehr viel trockener und ärmer als die südlichen Teile Kameruns. Die überwiegende Religion ist der Islam, was den Städten und Dörfern eine ganz andere Atmosphäre verleiht.
Am Montag ging es dann mit unserem sehr netten Fahrer Robert in Richtung Waza Park. Im Hotel brachten wir unser Gepäck unter, bevor wir direkt in den Park fuhren. Mit unserem Führer Moussa, der schon seit 30 Jahren im Park arbeitet, gingen wir auf die Suche nach wilden Tieren und hatten nach nur wenigen Minuten dsa Glück Giraffen zu sehen. Denen folgten noch Antilopen, Pelikane, Geier, Adler, Antilopen und Gazellen. Nach 6 Stunden im Park fuhren wir zurück und genossen ein Abendessen direkt am Parkeingang, wo einige Frauen auf Bestellung sehr sehr leckeres Essen kochen. Geschafft von der Fahrt und mit Vorfreude auf den folgenden Tag im Park gingen wir relativ früh ins Bett.
Dienstagmorgen ging es dann schon gegen 6 Uhr in den Park, um ein bisschen bessere Chancen zu haben Löwen zu sehen. Leider reichte unser Glück dafür nicht, sodass wir die 11 Stunden im Park für die Suche nach Elefanten nutzten. Wir folgten Spuren und Anzeichen von Elefanten quer durch den Park hatten aber wieder kein Glück. Gelohnt hat es sich trotzdem, es ist einfach beeindruckend Giraffen und Antilopen in wirklich freier Wildbahn in Ruhe zu betrachten.
Nach einem weiteren ruhigen Abend wollten wir Mittwoch an den Maga-See, einen riesigen Stausee im Norden Kameruns, auf dem man Bootstouren machen und Nilpferde betrachten kann.
Wir nahmen den Weg durch den Park Richtung See und hatten das unglaubliche Glück gerade an dem Tag noch Elefanten zu sehen. Von unserem Guide geleitet nahmen wir Spuren auf und verfolgten diese bis wir auf eine kleine Gruppe Elefanten stießen, die wir aus 100 m Entfernung betrachten konnten.
Die Bootstour war dann aber der absolute Aufreger. Geplant für 1,5 Stunden mussten wir unsere Tour nach einer halben Stunde abbrechen. Der Grund dafür waren die Nilpferde, die wir wirklich nach 20 Minuten antrafen und die uns alle, auch unseren Bootsführer überraschten, da sie sonst viel später und nicht so nah am Ufer auftauchen. Umzingelt von ca. 15 Tieren mussten wir vor den großen Mäulern fliehen, die teilweise schon abtauchten, um unsere Holzpiroge anzugreifen. Das war auch netterweise genau das, was uns der Bootsführer erläuterte, während wir im Boot saßen und unser Ableben planten. Voller Panik und das ist kein Scherz waren wir für das Leben dankbar, das wir noch besaßen an Land angekommen.
Von dem Erlebnis noch kaum erholt kamen wir Mittwoch abend wieder in Maroua an, wo wir bis Samstag morgen blieben. Am Donnerstag unternahm ich mit Jannik eine kleine Wanderung auf den Mount Maroua, der 800m hoch exakt neben der Stadt liegt und von dem man aus einer Hammeraussicht auf die Stadt, die im Gegensatz zu ihrer Umgebung grün ist (man konnte wirklich sehn, wo es Wasserversorgung gab und wo nicht) hatte. Zwei kleine Jungen, Jean-Pierre und Papi, begleiteten uns einfach so, weil sie das jeden Tag machen nach eigenen Angaben. Mit den Beiden hatten wir ein aufschlussreiches Gespräch über ihr Leben und das Leben in Maroua, bevor wir nach dem Wandern noch eine kleine Partie Fussball spielten.
Nach vielen Tagen früh aufstehen, Tiere erleben und Maroua genießen ging es dann Samstag morgen zurück nach Ngaoundere. 8 Stunden Bus bevor wir in Ngaoundere feststellten, dass es keine freien Schlafwagenplätze mehr gab. So mussten wir auch die 16 Stunden im Zug im Sitzen verbringen, was um ehrlich zu sein, besser war, als in Frankreich im Nachtzg zu fahren und da sprech ich aus eigener Erfahrung..=)
Am Sonntag morgen kamen wir dann in Yaounde an und ich musste mich ziemlich schnell von den anderen verabschieden, um meinen Bus nach Bamenda zu bekommen. Glücklicherweise bekam ich gerade noch so den einzigen Bus in meine kamerunische Heimatstadt, in dem ich nach 1 Stunde feststellte, dass ich mein Handy in dem Taxi in Yaounde liegengelassen hatte. Panisch rief ich mein Handy an, das der Taxifahrer abnahm. Gut, dass ich so einen sozialen und netten Fahrer erwischte, der mein Handy nach Absprache Nico vorbeibrachte, der noch länger in Yaounde blieb, als ich. Jetzt liegt mein Handy zwar in Baham rum, aber dank Nico und dem Fahrer habe ich es wenigstens in wenigen Tagen wieder.
Nun ist es schon wieder Dienstag und die Tage verfliegen hier in Bamenda. Ich hatte einige Schwierigkeiten nach einer solch schönen Wochen in Bamenda anzukommen, aber mittlerweile gehts. Ich bin froh eine so super Erfahrung gemacht zu haben. Danke an alle, die mit waren, war cool, dass ihr dabei ward!
Euch allen eine schöne Woche und bald kommt um euch neidisch zu machen ein kleines Video über Giraffen=) Selbstgedreht...
Alles Beste aus Bamenda,
Niels
Montag, 16. März 2009
Montag, 9. März 2009
1 - Die erste Erkenntnis
Das,was er hier jetzt schon seit über 4 Monaten machte war ihm auch bis jetzt noch nicht wirklich klar.
Ein paar Dinge aber schon: er wusste, dass er sich verändert hatte, nicht nur körperlich (afrikanisches Essen setzt an, das war mit die erste Sache die er gelernt hatte hier), sondern auch hinsichtlich seiner Einstellungen und Weltanschauungen. Vieles war realistischer geworden, weniger auf Halbwissen aufbauend, sondern hautnah erlebt – er konnte sagen, dass Afrika nicht nur dunkel und die Menschen nicht nur böse und kriegerisch, wie auch seine Länder. Vielleicht wusste er jetzt auch, dass Afrika nicht nur ein Land war, aber dafür mangelte es ihm wohl noch an Erfahrung. Was er aber ganz entschieden mitgenommen hatte, war die Veränderung seiner Einstellung gegenüber der Arbeit, die er hier leistete und über seinen europäischen Blick auf die Kultur und die Menschen, die er hier kennengelernt hatte. Er wusste, dass es nicht leicht ist, seine Wäsche mit den Händen zu waschen, er wusste auch, dass man als „Weißer“ hier eine besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht bekam und eine Verantwortung damit einherging, die er nur jetzt nachdem er soviele Europäer hier getroffen hatte, verstehen konnte.
Es ist nicht so, dass die Europäer oder Amerikaner irgendwen in diesem Land missionieren müssen oder dürfen. Es geht vielmehr um das Schlagen von Brücken zwischen zwei Welten, deren Kluft von der einen jahrhundertelang vergrößert worden war.
Als er so darüber nachdachte viel ihm auf, wie sehr ihn der Abend vor kurzem besonders beschäftigte und zusetzte.
„Wenn ich meinem Diener auch noch sagen muss, dass er bitte meine Essensvorräte auffüllt, wenn ich aus dem Urlaub komme, dann läuft da was ganz schief. Die sind hier aber auch alle so unfreundlich und respektlos, kann ich ja nicht verstehen.“Die Sätze waren ihm noch so klar im Gedächtnis als wäre es erst gestern gewesen, obwohl dass ja auch komisch klingt, weil es auch wirklich erst vorgestern gewesen war, naja egal, dachte er sich.
Erschreckend war schon, dass er so Sätze aus dem Mund von Deutschen, die er hier getroffen hatte, hören musste und dann noch nicht mal Touristen, sondern Leute, die hier jahrelang arbeiteten und denen die Ungleichheit der Welt eigentlich deutlicher sein müsste und deren Handeln beeinflussen sollte. Wie kann man Brücken bauen oder Vorurteile auf beiden Seiten abbauen, wenn man sich Bedienstete hält und diese behandelt wie in der guten alten Kolonialzeit? Das war eine Frage auf die er eigentlich nur eine Antwort hatte: gar nicht.
Er wusste und dass war ihm auch wichtig eigentlich, dass er auch nicht frei von Vorurteilen war und auch er musste oft erkennen, dass mit seinem Denken und seinem Handeln während der Arbeit eine gewisse Arroganz einherging, die schwer war abzustellen. Diese Arroganz doch alles zu wissen, als Europäer, doch die besseren Arbeitsweisen zu kennen und Lösungsvorschläge zu machen. Dabei war in diesem Land, in dem er jetzt für ein Jahr lebte mehr Wissen über sein Heimatland vorhanden, als er jemals über dieses fremde Land gewusst hatte, bevor er hier her kam. Das zeigt auch die Ungleichheit. Wir lernen nichts über Afrika und wenn dann darüber, dass Afrika nicht nur ein Land ist, wobei wir trotzdem genau das in unseren Köpfen behalten. Auf der anderen Seite der Kluft zwischen den Welten wird aber alles was mit Geschichte zu tun hat mit uns in Verbindungen gebracht und unsere Geschichte von kleinauf gelehrt und gelernt.
Irgendwie sollten wir doch mal aufhören uns als verschiedene Menschen zu betrachten, dachte er sich. Eigentlich sind wir alle doch Menschen, egal ob schwarz oder weiß. Boah, das hört sich jetzt wieder so neunmalklug an und poetisch aber es war im Enddefekt so, dass wurde ihm immer bewusster. Aber zugleich fühlte er sich schwach bei dem Gedanken, dass es sich so schnell nicht ändern wird, dass unsere Kultur am Ende der Entwicklung steht und alle anderen Länder der Welt unseren Stand erreichen müssen, wir als Krone der Schöpfung. Wie pervers das klang und ist, dachte er sich, bevor ihm klar wurde, dass genau so Menschen, wie er sie letztens getroffen hatte, vieles kaputt machen, was vielleicht mal Brückenansätze gewesen waren. In ihren dicken Geländewagen mit Chauffeur, ihren Bediensteten und ihrem Satelittenfernsehen lebten sie ein Leben mit europäischem Luxusstandart in einem Land, in dem 45% der Bevölkerung mit unter einem Dollar pro Tag auskommen mussten.
Wenn wir als eine Welt irgendwann mal zusammenstehen wollen, dann brauchen wir eine große Brücke. Das Problem im Moment ist nur, dass die Freunde der Brückenbauer an jeden neu gebauten Pfeiler frische Sprengsätze anbringen, um das Projekt ja nicht zu Ende kommen zu lassen. Und wir sitzen alle im selben Boot und schauen uns das Spektakel von dort aus an. Welches Ufer wir ansteuern wissen wir nicht und wir hoffen, dass die Brücke fertig wird, damit es egal ist an welchem Ufer wir ankommen.
Ein paar Dinge aber schon: er wusste, dass er sich verändert hatte, nicht nur körperlich (afrikanisches Essen setzt an, das war mit die erste Sache die er gelernt hatte hier), sondern auch hinsichtlich seiner Einstellungen und Weltanschauungen. Vieles war realistischer geworden, weniger auf Halbwissen aufbauend, sondern hautnah erlebt – er konnte sagen, dass Afrika nicht nur dunkel und die Menschen nicht nur böse und kriegerisch, wie auch seine Länder. Vielleicht wusste er jetzt auch, dass Afrika nicht nur ein Land war, aber dafür mangelte es ihm wohl noch an Erfahrung. Was er aber ganz entschieden mitgenommen hatte, war die Veränderung seiner Einstellung gegenüber der Arbeit, die er hier leistete und über seinen europäischen Blick auf die Kultur und die Menschen, die er hier kennengelernt hatte. Er wusste, dass es nicht leicht ist, seine Wäsche mit den Händen zu waschen, er wusste auch, dass man als „Weißer“ hier eine besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht bekam und eine Verantwortung damit einherging, die er nur jetzt nachdem er soviele Europäer hier getroffen hatte, verstehen konnte.
Es ist nicht so, dass die Europäer oder Amerikaner irgendwen in diesem Land missionieren müssen oder dürfen. Es geht vielmehr um das Schlagen von Brücken zwischen zwei Welten, deren Kluft von der einen jahrhundertelang vergrößert worden war.
Als er so darüber nachdachte viel ihm auf, wie sehr ihn der Abend vor kurzem besonders beschäftigte und zusetzte.
„Wenn ich meinem Diener auch noch sagen muss, dass er bitte meine Essensvorräte auffüllt, wenn ich aus dem Urlaub komme, dann läuft da was ganz schief. Die sind hier aber auch alle so unfreundlich und respektlos, kann ich ja nicht verstehen.“Die Sätze waren ihm noch so klar im Gedächtnis als wäre es erst gestern gewesen, obwohl dass ja auch komisch klingt, weil es auch wirklich erst vorgestern gewesen war, naja egal, dachte er sich.
Erschreckend war schon, dass er so Sätze aus dem Mund von Deutschen, die er hier getroffen hatte, hören musste und dann noch nicht mal Touristen, sondern Leute, die hier jahrelang arbeiteten und denen die Ungleichheit der Welt eigentlich deutlicher sein müsste und deren Handeln beeinflussen sollte. Wie kann man Brücken bauen oder Vorurteile auf beiden Seiten abbauen, wenn man sich Bedienstete hält und diese behandelt wie in der guten alten Kolonialzeit? Das war eine Frage auf die er eigentlich nur eine Antwort hatte: gar nicht.
Er wusste und dass war ihm auch wichtig eigentlich, dass er auch nicht frei von Vorurteilen war und auch er musste oft erkennen, dass mit seinem Denken und seinem Handeln während der Arbeit eine gewisse Arroganz einherging, die schwer war abzustellen. Diese Arroganz doch alles zu wissen, als Europäer, doch die besseren Arbeitsweisen zu kennen und Lösungsvorschläge zu machen. Dabei war in diesem Land, in dem er jetzt für ein Jahr lebte mehr Wissen über sein Heimatland vorhanden, als er jemals über dieses fremde Land gewusst hatte, bevor er hier her kam. Das zeigt auch die Ungleichheit. Wir lernen nichts über Afrika und wenn dann darüber, dass Afrika nicht nur ein Land ist, wobei wir trotzdem genau das in unseren Köpfen behalten. Auf der anderen Seite der Kluft zwischen den Welten wird aber alles was mit Geschichte zu tun hat mit uns in Verbindungen gebracht und unsere Geschichte von kleinauf gelehrt und gelernt.
Irgendwie sollten wir doch mal aufhören uns als verschiedene Menschen zu betrachten, dachte er sich. Eigentlich sind wir alle doch Menschen, egal ob schwarz oder weiß. Boah, das hört sich jetzt wieder so neunmalklug an und poetisch aber es war im Enddefekt so, dass wurde ihm immer bewusster. Aber zugleich fühlte er sich schwach bei dem Gedanken, dass es sich so schnell nicht ändern wird, dass unsere Kultur am Ende der Entwicklung steht und alle anderen Länder der Welt unseren Stand erreichen müssen, wir als Krone der Schöpfung. Wie pervers das klang und ist, dachte er sich, bevor ihm klar wurde, dass genau so Menschen, wie er sie letztens getroffen hatte, vieles kaputt machen, was vielleicht mal Brückenansätze gewesen waren. In ihren dicken Geländewagen mit Chauffeur, ihren Bediensteten und ihrem Satelittenfernsehen lebten sie ein Leben mit europäischem Luxusstandart in einem Land, in dem 45% der Bevölkerung mit unter einem Dollar pro Tag auskommen mussten.
Wenn wir als eine Welt irgendwann mal zusammenstehen wollen, dann brauchen wir eine große Brücke. Das Problem im Moment ist nur, dass die Freunde der Brückenbauer an jeden neu gebauten Pfeiler frische Sprengsätze anbringen, um das Projekt ja nicht zu Ende kommen zu lassen. Und wir sitzen alle im selben Boot und schauen uns das Spektakel von dort aus an. Welches Ufer wir ansteuern wissen wir nicht und wir hoffen, dass die Brücke fertig wird, damit es egal ist an welchem Ufer wir ankommen.
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